Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin

Samuel Hahnemann (1755-1843)

Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, wurde 1755 in Sachsen geboren. Hahnemann war hoch gebildet, sprach fließend Englisch, Französisch, Italienisch, Latein und Griechisch und interessierte sich neben der Medizin auch für Pharmazie, Chemie, technische Errungenschaften und Literatur.

Zu seinen Zeiten gingen Ärzte mit ihren Patienten nicht zimperlich um. Die üblichen Behandlungsmethoden waren Einläufe, Aderlässe, Gaben von Brechmitteln und Schröpfkuren, Therapien, die durchaus auch gelegentlich zum Tod des Patienten führen konnten. Die sanfte Medizin Hahnemanns stieß deshalb vor allem unter den Patienten auf Interesse.

Im Jahre 1790 übersetzte Hahnemann eine englische Abhandlung über die Wirkung von Chinarinde gegen Malaria. Die darin gegebenen Erklärungen des Wirkprinzips leuchteten ihm nicht ein, und so unternahm er einen Selbstversuch. Er schluckte Chinarinde und entwickelte anschließend malariaähnliche Symptome. Das gab für Hahnemann den Anstoß nachzuforschen.

In den folgenden Jahren unternahm er weitere Selbstversuche. Manchmal kam es zu Vergiftungserscheinungen, zum Beispiel als er Tollkirsche eingenommen hatte. Daraufhin verringerte Hahnemann in langen Versuchsreihen die Dosis seiner Medikamente. Er entwickelte extrem verdünnte Substanzen, die von Pflanzen, Tieren, Mineralien oder dem Menschen stammen. Für die Behandlung wählte er das Mittel, das im Kranken ähnliche Symptome hervorruft wie die zu behandelnde Krankheit.

1810 veröffentlichte Samuel Hahnemann das Buch, das bis heute als die Bibel der Homöopathie gilt: das „Organon der rationellen Heilkunde“.