Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin

Die Anwendung des Symptomenlexikons

Vierteilige systematische Ausbildung

Hahnemann in einem Brief an Bönninghausen vom 21.8.1834:
„So Gott will, wird Jahr das Symptomen-Lexikon ausarbeiten, und ich werde dazu beitragen, was ich kann. Er hat Talent dazu und einen eisernen Fleiß. Ein ungeheures, aber köstliches Werk wird es werden.“

 

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nun hat es doch noch 170 Jahre gedauert, bis Hahnemanns Wunsch endlich in Erfüllung ging.

Hahnemann hatte noch zu Lebzeiten begonnen, ein handschriftlich geführtes Symptomenlexikon zu erstellen, da Repertorien „nichts anderes als Winke auf die vorhandenen Arzneiprüfungen enthalten“ und „nur ein Lexikon vollständigere Auskunft dem Suchendem [geben kann]“. (Brief von Hahnemann an Bönninghausen vom 30.6.1834). Er beauftragte in der Folge seinen Schüler G. H. G. Jahr ein Symptomenlexikon zu verfassen. Dieser scheiterte jedoch am damals nicht bewältigbaren Umfang der Datenmenge. Im 19. und 20. Jahrhundert in Vergessenheit geraten, griff Uwe Plate die Idee des Symptomenlexikons 1984 wieder auf und veröffentlichte 2004 nach zwanzigjähriger Arbeit das Symptomenlexikon in Buchform. Mittlerweile liegt es ausschließlich in digitaler Form vor.

Mit dem Symptomenlexikon ( SL) können wir in einer bisher nie gekannten Sicherheit und Exaktheit die charakteristische Wirkung unserer Arzneien in Erfahrung bringen und somit auch für die Similefindung in der Praxis anwenden. Vorraussetzung dafür ist allerdings eine Einweisung in das Homöopathie- Verständnis Hahnemanns. Hier stellt sich nämlich sehr oft zur größten Überraschung der Teilnehmer heraus, dass unser heutiger Ausbildungs- und Wissensstand sowohl der Ärzte wie auch der Heilpraktiker überwiegend von Kents Vorstellungen über die Homöopathie geprägt ist bzw. durch die Ideen moderner Strömungen. Insofern werden im Seminar die theoretischen und methodischen Unterschiede zu Hahnemann und seinen engsten Mitarbeitern Jahr, Bönninghausen und Hering auf der einen Seite und dem heutigen Homöopathieverständnis auf der anderen Seite herausgearbeitet.

Michael Kohl, seit 1984 ausschließlich homöopathisch arbeitender Heilpraktiker aus Erlangen, ist einer der erfahrensten Anwender des Symptomenlexikons und bietet seit 2005 regelmäßig SL-Seminare an.

 

Systematische Ausbildung

Systematisch ist die Ausbildung in zweierlei Hinsicht:

1. Methodik der Similefindung

Es wird Schritt für Schritt die Arbeit mit dem SL dargestellt:
Es beginnt mit der Sichtung unserer Arbeitsmittel: welche sind überhaupt zuverlässig?
Als nächstes folgt das Einüben einer an Prüfungssymptomen angelehnten Anamnese, die sich völlig von der sonst gewohnten Vorgehensweise unterscheidet.
Kenntnisse über die Auswertung der Anamnese und anschließende Hierarchisierung und die Übersetzung in die Sprache der Arzneiwirkungen sind die nächsten Bausteine.
Und schließlich führt uns der Abgleich zwischen den charakteristischen Patientenbeschwerden und den charakteristischen Arzneiwirkungen zum Simile.
Darauf folgen Informationen über die verschiedenen Arzneiwirkungsmöglichkeiten und die daraus folgenden Überlegungen zur Zweitverschreibung.
Ergänzt wird dies mit dem Erlernen, wie man Erst- und Spätverschlimmerungen sowie das unbeabsichtigte Auftreten von Prüfungssymptomen während der Kur erkennt und auseinanderhält und natürlich, wie man darauf zweckmäßig reagiert.
Den Abschluss bildet die Gabenlehre, also wie man die Dosierung auch in kniffligen Fällen an den Zustand des Patienten anpasst. (Z.B. Bei Überempfindlichkeit und Reaktionsstarre) oder wie man z.B. einen akuten Schub einer Migräne etc. abfängt.
Anhand vieler eigener Fälle bebildert M. Kohl die Vorgehensweise zur richtigen Arzneiwahl.
Zum Ausbildungsmaterial gehört jeweils ein umfangreiches Skript, in dem die wichtigsten methodischen Grundlagen zusammengefasst wurden. Ebenso enthält es sämtliche Kasuistiken und Fallanalysebögen, so dass die Fälle bei Bedarf nachgearbeitet werden können.

2. Vertiefung des Erlernten

Hierzu hat M. Kohl ein Team ausgezeichneter Homöopathen zusammengestellt, die schon seit etlichen Jahren ausschließlich mit dem SL in eigener Praxis arbeiten. Mit diesen Stellvertretern vor Ort werden überall dort wo SL Seminare stattfanden, Refresher- und Jahreskurse sowie Supervisionen angeboten, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, das Erlernte einzuüben.

Lesen Sie hierzu mehr unter: „Auffrischung und Vertiefung

Vierteilige Seminarreihe SL I-IV

Die Seminarreihe besteht aus vier Teilen, die aufeinander aufbauen und die Teilnehmer in die Lage versetzen, mit dem SL zielgerichtet und zweckmäßig zu arbeiten.
Ergänzt wird die Ausbildung mit eigenen Vorbereitungen, z.B. dem  Studium ausgewählter Organon-Paragrafen. Diese Anregungen werden rechtzeitig an die Teilnehmer gesendet, so dass ausreichend Zeit dafür zur Verfügung steht. Diese Vorbereitungen haben sich als sehr wertvoll erwiesen, denn sie machen bereits im Vorfeld mit wichtigen Aspekten der Arbeitsweise vertraut und vereinfachen das Verständnis während eines Wochenendmoduls.
Die Teilnehmerrückmeldungen zeigen, dass die Unterrichtsinhalte zum Umgang mit dem SL klar strukturiert sind, der Weg der Similefindung für alle nachvollziehbar ist und sich die neu erlernte Methode in der eigenen Praxis genauso bewährt wie beim Referenten.

Wiederholung einzelner Seminare sinnvoll

Die einzelnen Teile dieser Seminarreihe können auch separat für Wiederholungszwecke gebucht werden. Es hat sich gezeigt, dass eine Auffrischung der Grundlagen, auch wenn man vielleicht vor Jahren bereits ein SL-Seminar besucht hatte, oft sehr hilfreich ist. Wer erst einmal mit dem SL einige Zeit gearbeitet hat, der versteht die Hinweise und Anweisungen beim zweiten Mal in der Regel deutlich besser bzw. bemerkt ganz andere Aspekte, die vielleicht bei der ersten Teilnahme gar nicht wahrgenommen wurden. Außerdem bleibt die SL Forschung nicht stehen und die neu gewonnenen Erkenntnisse werden fortlaufend in die bestehenden Seminare eingearbeitet.

Die Kasuistiken

Die große Stärke des SLs, im Vergleich zu anderen homöopathischen Werkzeugen, zeigt sich in der deutlich erhöhten Verschreibungssicherheit. Hier lässt sich mit einer bis dahin nicht gekannten Gewissheit die genaue Arzneiwirkung einer Arznei bestimmen. Denn: je sicherer man diese kennt, um so sicherer ist der Heilerfolg. Am jeweils zweiten Tag eines Seminars stellt M. Kohl viele Fälle ausschließlich aus seiner eigenen Praxis vor. Die Kasuistiken beinhalten sowohl akute, als auch chronische Krankheiten, z.T. mit fortgeschrittener Pathologie. Sämtliche chronischen Fälle wurden vier Jahre nachbeobachtet (eine alte Forderung Bönninghausens). Dabei geht es dem Referenten darum, einfach und für alle nachvollziehbar jeden Analyseschritt zu erklären, bis am Ende für alle Teilnehmer klar die Wahl des gegebenen Similes feststeht.

 

Nähere Informationen und Anmeldemöglichkeit:

Teil 1: Einführung und Grundlagen: 18. und 19. März 2017

Teil 2: Methodik und konkrete Anwendung: 20. und 21. Mai 2017

Teil 3: Praktische Übungen, Feinheiten der Similefindung mit dem SL und die Therapie der chronischen Krankheiten nach Hahnemann: 25. und 26. November 2017