Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin

Homöopathie und Onkologie: Auch die psychische Ebene muss behandelt werden

Januar 5, 2012 von

Interview mit Dr. Dietmar Payrhuber

Der Salzburger Homöopath Dr. Dietmar Payrhuber behandelt in seiner allgemein-medizinischen Praxis seit vielen Jahren Krebspatienten. Er erläutet den ganzheitlichen Ansatz der homöopathischen Behandlung und weist auf die Bedeutung der psychischen Ebene hin.

Der Salzburger Homöopath Dr. Dietmar Payrhuber behandelt in seiner allgemein-medizinischen Praxis seit vielen Jahren Krebspatienten. Er erläutet den ganzheitlichen Ansatz der homöopathischen Behandlung und weist auf die Bedeutung der psychischen Ebene hin.

Dr. Dietmar Payrhuber

Was kann man unter dem ganzheitlichen Behandlungsansatz verstehen?

Payrhuber: Die Homöopathie betrachtet den Patienten immer als psychosomatische Einheit (Organon, §210). Eine krankhafte Abweichung entspricht sozusagen einer Verstimmung des Organismus. Homöopathische Ärzte sehen im erkrankten Körper einen verfestigten, somatisierten Ausdruck einer innewohnenden verschlüsselten Botschaft (hidden message), symbolisiert durch ein Thema.

Die Medizin hat sich Schritt für Schritt immer kleiner werdenden Teilen, ultrakleinen Strukturen genähert. Sie hat die Zelle erforscht, Erreger ausfindig gemacht, die Bedeutung der Viren bis hinein zum Genom erforscht und ist schließlich bei Nukleinsäure-Sequenzen als Informationsträger angekommen. Zu sehr wird auf die isolierten Teile Augenmerk gegeben, das intensive Zusammenspiel dieser Teile, der ganzheitliche Aspekt wird nicht gewürdigt.

Was ist die psychischen Ebene einer Krankheit?

Payrhuber: Die Homöopathie hat sich – was man ihr vorwirft – durch die Potenzierung a-priori der Größe des Atoms genähert und diese Größe unterschritten. Sie hat bereits mit Hahne-mann den subatomaren Raum betreten und damit die Bedeutung der psychischen Ebene der Krankheit entdeckt. Sie hat rasch herausgefunden, dass in der Arznei ebenfalls ein psychisches Korrelat anwesend ist. Beide, Krankheit wie Arznei, korrelieren mit einem Gemütszustand, heute wissen wir sogar, dass ein mentales Thema vorliegt, das entschlüsselt gehört.

Hahnemann ging im Organon, im § 210 und anderen Paragrafen, auf den Gemütszustand, die Psyche des Individuums ein. Damit haben wir ein völlig anderes, erweitertes Krankheitsbild als die Molekularbiologie, die nur körperlichen Strukturen Bedeutung gibt. Wir anerkennen die Person als Ganzes.

W. Heisenberg war es, der erklärt, dass im subatomaren Raum, Raum und Zeit zusammenfallen, Eins sind. Damit wird die Berechtigung der Gabe einer einzigen Arznei in einem Moment allumfassend bestätigt. Ein Thema, ein Konflikt, ein Archetypus übernimmt Zeit und Raum – und offensichtlich die aufgereihten Symptome. Ego-fixierte Bewusstseinsinhalte, die bei der chronischen Krankheit auch immer eine tief greifende Symptomatologie erzeugt haben, die sich sozusagen somatisiert haben, müssen aufgelöst werden.