Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin

Australian Report

Oktober 9, 2019 von

Ergebnis des bisher verheimlichten NHMRC 2012-Berichtes belegt:

Vielversprechende Evidenz für die Wirksamkeit der Homöopathie bei zumindest fünf medizinischen Indikationen

Australiens führendes Wissenschaftsinstitut, das National Health and Medical Research Council (NHMRC), hat kürzlich auf internationalen öffentlichen Druck die Erstversion eines Forschungsberichts zur Homöopathie aus dem Jahr 2012 veröffentlicht. Darin schneidet die Homöopathie in punkto Wirksamkeit deutlich besser ab als in der offiziell publizierten Folgeversion aus dem Jahr 2015, welche dem Ruf des Homöopathie-Sektors weltweit beträchtlichen Schaden zufügte.

NHMRC Bericht 2012 = 1. Bericht: vielversprechende Beweise bei fünf Krankheitsbildern

Der erste Bericht wurde 2012 von Prof. Karen Grimmer, University of South Australia (UniSA), für den NHMRC erstellt. Darin kam die Expertin zu der Schlussfolgerung, dass es „vielversprechende Belege für die Wirksamkeit von Homöopathie“ bei Fibromyalgie, Mittelohrentzündung, postoperativem Darmverschluss, Atemwegsinfektionen und Nebenwirkungen von Krebstherapien gebe.

Das NHMRC veröffentlichte den Entwurf des ersten Berichts 2012 mit Anmerkungen, welche wiederholt die Gültigkeit und Richtigkeit der Arbeit von Prof. Grimmer in Frage stellen, ohne ihr ein Recht auf Antwort einzuräumen. Dies erstaunt nicht zuletzt deshalb, weil Prof. Grimmer die von NHMRC empfohlene Methode zur Überprüfung der Evidenz (die „FORM“-Methodik) verwendete und diesen Ansatz gemeinsam mit Forscherkollegen für NHMRC entwickelt hatte.

Dazu meint Rachel Roberts, Geschäftsführerin des internationalen Homöopathie-Forschungsinstituts (Homeopathy Research Institute, HRI) mit Sitz in London: „Angesichts der Expertise der Autorin und der unangemessenen Kommentare des NHMRC stellt sich die Frage, ob dieser erste Bericht ‚vergraben‘ wurde, weil er nicht das von NHMRC gewünschte Ergebnis gebracht hat – und nicht etwa wegen ernsthafter Mängel bezüglich der Forschung selbst.“

NHMRC Bericht 2015 = 2. Bericht: fragwürdige Kriterien

In der Folge beauftragte das NHMRC einen anderen Anbieter damit, dieselbe Überprüfung erneut durchzuführen. Allerdings wurden dabei fragwürdige Regeln angewandt. Beispielsweise wurden 171 von insgesamt 176 Studien – entgegen üblicher Qualitätskriterien – für unzuverlässig erklärt, weil sie weniger als 150 Teilnehmer oder ein Qualitätsscore von weniger 5/5 hatten. In den fünf verbleibenden Arbeiten zu fünf Krankheiten fand das NHMRC keine zuverlässigen Belege dafür, dass Homöopathie besser wirkt als Placebo und schloss daraus, dass keine qualitativ hochwertigen Studien mit einer ausreichenden Patientenzahl existieren würden, die zeigen, dass Homöopathie bei irgendeiner Indikation wirken würde. Diese Ergebnisse wurden 2015 weltweit veröffentlicht und beschädigten das Ansehen des Homöopathie-Sektors enorm.

Rachel Roberts (HRI) schlussfolgert: „Der erste Bericht fand einige gute Beweise dafür, dass die Homöopathie bei bestimmten Krankheiten funktioniert. Es sind weitere Studien erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und darauf aufzubauen. Aber ‚einige Beweise‘ sind etwas völlig anderes als ‚keine Beweise‘.“

Späte Richtigstellung nach öffentlichem Druck

Ein internationales Konsortium von Wissenschaftlern, Patientenverbänden, Ärzte-, Tierärzte-und Pharmazeutenvereinigungen forderte das NHMRC auf, die Erstversion des Homöopathie-Berichts herauszugeben. Die Gesundheitsbehörde weigerte sich zunächst – und dies, obwohl die aus Steuermitteln finanzierte Forschungsarbeit der Öffentlichkeit nach australischem Recht zugänglich gemacht werden muss. Daraufhin wurde ein Verfahren der Commonwealth-Ombudsstelle eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf Verzerrung, Falschberichterstattung, Interessenskonflikte und Verfahrensverletzungen. Das Urteil wird in Kürze erwartet.

Erst vor kurzem – möglicherweise, um dem Urteil der Ombudsstelle zuvorzukommen – veröffentlichte das NHMRC die Version 1 des Homöopathie-Berichts aus dem Jahr 2012 – mit einem Eingeständnis von NHMRC-Geschäftsführerin Prof. Anne Kelso hinsichtlich des Homöopathie-Berichts aus 2015: „Entgegen einigen Behauptungen kam die Überprüfung aus 2015 nicht zu dem Schluss, dass die Homöopathie unwirksam ist.“ (Zitat A. Kelso vom 26. August 2019).

Nähere Informationen:

HRI is an innovative international charity created to address the need for high quality scientific research in homeopathy.

The First Report, “The Effectiveness of Homeopathy: an overview review of secondary evidence” (with covering CEO Statement and NHMRC annotations) can be viewed in full here.

Information on the Australian Report story: www.HRI-Research.org/Australian-Report Summary analysis of NHMRC’s 2015 report: https://youtu.be/QvF8KxbCXzA

Impact of NHMRC’s 2015 report: https://youtu.be/oUCU2TbFd70

Carstens Stiftung, Natur und Medizin: https://www.naturundmedizin.de/faktencheck/artikel/australische-gesundheitsbehoerde-enthuellt-geheim-gehaltenen-homoeopathiebericht.html

Statements der österreichischen Ärztegesellschaften:

ÖGHM (Österreichischen Gesellschaft für homöopathische Medizin)
Dr. Volker Neubauer,  Präsident der Österreichischen Gesellschaft für homöopathische Medizin: „Die Vorgehensweise der Nationalen Gesundheitsbehörde (NHMRC) der Causa „Australischer Report“ zeigt einmal wieder, mit welch unlauteren Methoden versucht wird, die Wirksamkeit der Homöopathie in Abrede zu stellen.“

ÄKH (Ärztliche Gesellschaft für Klassische Homöopathie)
Dr. Bernhard Zauner, Vizepräsident ÄKH, National Vice President LMHI: „PatientInnen wünschen sich die Homöopathie. Mit falschen Daten wurden sie verunsichert. Die Wahrheit kommt schlußendlich doch ans Tageslicht!“

ÖGVH (Österreichische Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie)
Dr. Petra Weiermayer, Präsidentin der ÖGVH: „Angesichts der globalen Bedrohung durch die Antibiotikaresistenzproblematik besonders erwähnenswert ist, dass u.a. auch für Erkrankungen wie Infektionen des oberen Atmungstrakts sowie Otitis media vielversprechende Evidenz für die Wirksamkeit der Homöopathie vorliegt. Die Homöopathie kann beitragen, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren – es liegt in unserer Verantwortung gegenüber unseren Patienten alle effektiven Therapieoptionen zu beforschen und zu nützen! “


Offener Brief: Diskreditierung der Homöopathie

Dezember 14, 2018 von

Sehr geehrte Redakteurin, sehr geehrter Redakteur!

Infolge der Streichung des Wahlfachs Homöopathie an der Medizinischen Universität Wien und nach polemisierenden Aussagen der Wiener Patientenanwältin sind wir Ärztinnen und Ärzte für Homöopathie, Human- und VeterinärmedizinerInnen, derzeit mehrheitlich unsachlicher Kritik ausgesetzt. Gegner der Homöopathie sehen die Absetzung des Wahlfachs offensichtlich als geeigneten Anlass, um mit Hilfe einer Negativkampagne homöopathische Behandlungsmethoden und Arzneimittel generell zu diskreditieren. Unsere Ärztegesellschaften für Homöopathie setzen nun auf gemeinsame Gegenmaßnahmen. Unterstützung finden unsere rund eintausend Kolleginnen und Kollegen mit homöopathischer Zusatzqualifikation u.a. durch die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Tierärztekammer, die Apothekerkammer, viele Studierende des Wahlfachs und Patienten. Unser vorrangiges Ziel ist es, die Diskussion rasch zu versachlichen. Wir laden die Medien ein, dazu durch neutrale und differenzierte Berichterstattung beizutragen. Langfristig wollen wir Vorurteilen, gezielter Desinformation durch gegnerische Randgruppen und der Verunsicherung der Bevölkerung durch umfassende Aufklärung begegnen.

Die Absetzung des Studienfachs an der MedUni Wien betreffend, verwahren wir uns gegen den Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit als Begründung für diesen Schritt. Im Besonderen weisen wir darauf hin, dass die Homöopathie im Gegensatz zu sonstigen Behauptungen sehr wohl den aktuellen Standards und Kriterien der evidenzbasierten Medizin entspricht. Daher erachten wir den Ausschluss der homöopathischen Grundlagenvermittlung aus dem universitären Lehrbetrieb als ungerechtfertigt und mit der Freiheit der Lehre als unvereinbar. In einem entsprechenden Schreiben an den Rektor der MedUni Wien, Markus Müller, haben wir vielmehr die Notwendigkeit betont, den Wirkmechanismus homöopathischer Arzneimittel intensiviert zu beforschen. Wir bieten der Universität zudem ein novelliertes Vorlesungskonzept an und empfehlen das Wahlfach nach dem Vorbild der MedUni Linz oder der US-amerikanischer Universitäten als Schwerpunkt ‚Integrative Medizin’ im Studium zu etablieren.

Rückendeckung erhalten wir vom Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres, der diskreditierende Stellungnahmen der Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz scharf kritisiert. Szekeres verweist in einem Schreiben an Pilz bereits Anfang des Jahres unter anderem auf die im Ärztegesetz verankerte Therapiefreiheit, die über schulmedizinische Maßnahmen hinaus auch komplementärmedizinische Behandlungsmethoden mit einschließt. Der Kammerpräsident verwahrt sich nachdrücklich gegen Unterstellungen der Patientenanwältin gegenüber homöopathisch tätigen Ärztinnen und Ärzten. Pilz hatte zuletzt das Konzept der Homöopathie öffentlich als „Absurdität“ bezeichnet. Rechtliche Schritte wegen Ruf- und Kreditschädigung behalten wir uns in diesem Zusammenhang vor. In Anbetracht der neuerlich unqualifizierten Äußerungen der Patientenanwältin, die weder Juristin noch Medizinerin ist, haben wir ernsthafte Zweifel an ihrer Kompetenz und Eignung für diese Funktion.

In einer für Ärzte, Studierende und Patienten zur Unterzeichnung vorbereiteten Petition fordern wir die medizinischen und veterinärmedizinischen Universitäten auf, die Lehre von komplementärmedizinischen Methoden, wie jener der Homöopathie, zu ermöglichen. Es gelte den respektlosen Streit zwischen den konventionellen und komplementärmedizinischen Denkschulen zu beenden und durch eine konstruktive, vorurteilsfreie Auseinandersetzung zu ersetzen, so ein wesentliches Ziel der Petition. Diese wird Anfang 2019 gestartet und wirbt als erweiterte Initiative gegen die Streichung des Wahlfachs durch Rektor Müller um möglichst viele Stimmen für die Homöopathie und ihre Wiedereingliederung in den universitären Lehrbetrieb sowie die allgemeine freie Therapiewahl.

Die Wirksamkeit der Homöopathie ist durch Patientenerfahrung, Expertise der Ärzteschaft und signifikante Studiennachweise vielfach belegt. Unbekannt sind hingegen nach wie vor die Wirkmechanismen homöopathischer Arzneimittel. Dieser Umstand bestärkt Gegner der Homöopathie, grundsätzlich an der Wirksamkeit der Behandlung wie auch der Qualität der Studien zu zweifeln. Obwohl zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung überzeugt und mit steigender Beliebtheit homöopathische Mittel verwenden, zeigt sich die Front der Skeptiker hierzulande für positive Sachinformation unzugänglich.

In Deutschland werden homöopathische Behandlungen als Leistung des öffentlichen Gesundheitssystems von mehr als 100 Versicherungen erstattet, wovon mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung profitiert. In der Schweiz wird die homöopathische Behandlung nach wissenschaftlicher Evaluation vollständig vom öffentlichen Gesundheitssystem übernommen.

Wir Homöopathinnen und Homöopathen sind ohne Unterschied zu anderen Kolleginnen und Kollegen schulmedizinisch ausgebildete Ärztinnen und Ärzte. Wir nehmen die Methoden der Homöopathie und jene der klassischen Schulmedizin gleichermaßen ernst. Unbestrittene Behandlungserfolge und die rasch wachsende Zahl an zufriedenen Patientinnen und Patienten rechtfertigen den konsequenten Einsatz für die Anerkennung der Homöopathie sowohl in Fachkreisen als auch in der breiten Öffentlichkeit.

Wir ersuchen die heimischen Journalistinnen und Journalisten in ihrer Rolle als wichtige Meinungsbildner um ihre Mithilfe bei unseren Bemühungen um eine faire und sachliche Beurteilung der Homöopathie.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christoph Abermann
Präsident der Ärztegesellschaft für klassische Homöopathie

Dr. Volker Neubauer
Präsident der Gesellschaft für Homöopathische Medizin

Dr. Petra Weiermayer
Präsidentin der Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie

(Rückfragehinweis: Dr. Christoph Abermann, christoph.abermann@aekh.at 0699-17266009)

Homöopathen wehren sich

 


Von Alternativ- und Komplementärmedizin zu Integrativer Medizin

November 29, 2018 von

Die Medizinuniversität Wien hat kürzlich das bei Studierenden beliebte und gut besuchte Wahlfach Homöopathie bei laufendem Betrieb abgesetzt und die Studierenden von der Lehrveranstaltung abgemeldet.

 

Im STANDARD-Gespräch vom 27.11.2018 begründet Rektor Univ.-Prof. Dr.med.univ. Markus Müller diesen Schritt damit, dass sich „die Med-Uni von unwissenschaftlichen Verfahren und Scharlatanerie klar distanziert“. Gleichzeitig erwähnt der Rektor, dass der Leiter des Wahlfachs, Univ.-Prof. Dr. med.univ. Michael Frass, ein anerkannter Kollege sei. Univ.-Prof. Dr. med.univ. Michael Frass ist Facharzt für Innere Medizin und internistische Intensivmedizin und seit 1994 Universitätsprofessor für Medizin. Er hat über 200 wissenschaftliche Publikationen in zahlreichen renommierten Journalen veröffentlicht, ist Erfinder des weltweit eingesetzten ösophagotrachealen Combitubus und leitet seit 2004 die Spezialambulanz „Homöopathie bei malignen Erkrankungen“ an der Klinik für Innere Medizin I.

Die Wortwahl der in den letzten Tagen in den österreichischen Medien erschienenen Artikel betreffend Medizinische Universität Wien und Homöopathie lässt vermuten, dass es einen Mangel an Wissen über Integrative Medizin gibt. Ein Blick über den Atlantik zeigt, wie renommierte amerikanische Universitäten mit dem Phänomen „Komplementärmedizin“ in den letzten 25 Jahren umgegangen sind. Nach dem aufsehenerregenden Artikel von Eisenberg „Unconventional medicine in the United States – prevalence, costs, and patterns of use“, veröffentlicht 1993 im New England Journal of Medicine, kam es zur Schaffung eines Office for Alternative Medicine im Rahmen des National Institutes of Health. Dieses Office wurde 1998 zu einem eigenständigen National Center for Complementary and Alternative Medicine und seit 2012 zum Academic Consortium for Integrative Medicine and Health. Erst kürzlich wurde eine Leitlinie zur Integrativen Onkologie bei Brustkrebs von Greenlee H et al publiziert und auch von der Amerikanischen Krebsgesellschaft (ASCO) übernommen.

In Europa gibt es fast keine öffentlichen oder universitären Forschungsgelder zur Untersuchung komplementärmedizinischer Methoden. Dabei zeigte sich in der Erhebung der European Partnership for Action Against Cancer (EPAAC), initiiert 2009 von der Europäischen Kommission, dass 40% aller untersuchten europäischen Zentren für Integrative Medizin Homöopathie anbieten würden.

Wir fordern deshalb, dass ähnlich wie in den USA, Komplementärmedizin zum Wohle der Patienten und Patientinnen und im Sinne einer Integrativen Medizin und entsprechend der Forderung im Paragraph 2 des Universitätsgesetzes nach „Freiheit der Wissenschaften und ihrer Lehre“ an den Universitäten weiter unterrichtet und aktiv beforscht wird.

Für Details zu wissenschaftlichen und gesetzlichen Grundlage (Österreichisches Arzneimittelgesetz, EU-Direktive 2001/83) der Homöopathie folgen Sie bitte diesen Links:

http://www.homoeopathie.at/fakten-zur-homoeopathie
http://www.aekh.at/medien/faktencheck-homoeopathie

 

Weitere Informationen:
Ärztegesellschaft für Klassische Homöopathie (ÄKH)
Dr. Christoph Abermann
http://www.aekh.at

Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM)
Dr. Thomas Peinbauer
http://www.homoeopathie.at

Österreichische Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie (ÖGVH)
Dr. Petra Weiermayer
https://www.oegvh.at

StudentInnen Initiative Homöopathie (SIH)
https://www.sih.at

 

Quellen:
Greenlee H et al. Clinical practice guidelines on the evidence-based use of integrative therapies during and after breast cancer treatment. CA Cancer J Clin, 2017

Rossi E, Vita A, Baccetti S, Di Stefano M, Voller F, Zanobini A. Complementary and alternative medicine for cancer patients: results of the EPAAC survey on integrative oncology centres in Europe. Support Care Cancer. 2014. DOI 10.1007/s00520-014-2517-4

 

Ansprechpartner: Dr. Thomas Peinbauer
Tel.: 0676 624 50 12

 


Internationale Antibiotika Awareness Woche 2018 – Homöopathie kann helfen

November 15, 2018 von
Eine aktuelle Studie aus Schweden kam zu dem Ergebnis, dass innerhalb der EU im Jahr 2015 33.000 Menschen an Antibiotika-Resistenzen starben. Die Zahl der Todesfälle ist in den letzten Jahren massiv angestiegen. Die WHO hat auch heuer wieder die World Antibiotic Awareness Week ausgerufen, um auf diese Problematik aufmerksam zu machen.

75 Prozent aller Antibiotika werden im nicht stationären Bereich verordnet, oft ohne dass eine bakterielle Infektion oder die Dringlichkeit einer Antibiotikagabe vorläge. In der Veterinärmedizin wird weltweit von 50 Prozent unbegründeter bzw. unsachgemäßer Antibiotika-Anwendung ausgegangen.

Die Wissenschaftler der oben angeführten schwedischen Studie fordern daher u. a. einen gezielten Einsatz von Antibiotika da viel zu häufig Ärzte und Tierärzte diese Medikamente verordnen, obwohl die Patienten sie gar nicht brauchen. Viele Erkältungskrankheiten etwa werden von Viren ausgelöst, gegen die Antibiotika unwirksam sind. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die korrekte Einnahme (Dosierung, Anwendungsdauer etc.) sowie Auswahl von Antibiotika (Stichwort Antibiogramm, hierbei wird mittels Laboruntersuchung eruiert, auf welches Antibiotikum die Bakterium sensibel sind, also ansprechen).

Neben der Aufklärung der Patienten ist es wichtig, eine weitere Therapieoption, die Komplementärmedizin, insbesondere die Homöopathie, zu haben.

Im „European One Health Action Plan“ der EU Kommission gegen die Antibiotikaresistenzproblematik, wird die Komplementärmedizin als ein potentieller Lösungsansatz genannt, die Forschung in diesem Bereich gefordert und Unterstützung von Seiten der EU Kommission zugesagt. Zudem wird eine weitestgehende Minimierung des Einsatzes von Antibiotika gefordert, da ein nicht korrekter bzw. unbegründeter Einsatz die Resistenzbildung maßgeblich fördert.

Auch die WHO fordert in ihrem Strategiepapier Traditional Medicine Strategy 2014 – 2023 ihre Mitgliederstaaten auf, die Komplementärmedizin in die jeweiligen nationalen Gesundheitssysteme aufzunehmen.

Für das Jahr 2016 wurde in Großbritannien die Anzahl der verschriebenen Antibiotika bei Allgemeinmedizinern mit und ohne komplementärmedizinischer Ausbildung verglichen. Es zeigte sich, dass die Ärzte mit Zusatzausbildung eine niedrigere Verschreibungsrate von Antibiotika haben.

Eine weitere Studie zeigte, dass Patienten, die sich bei der Behandlung von Infekten der oberen Atemwege für einen Arzt mit Zusatzausbildung im Bereich der Homöopathie entschieden haben, weniger Antibiotika verordnet bekommen haben bei gleicher Wirksamkeit und geringeren Nebenwirkungen.

Verschiedene Studien zeigen die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen sowohl im Zusammenspiel mit Antibiotika als auch als alleinige Therapie. In einer randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie durchgeführt auf der Intensivstation erhielten siebzig Patienten mit schwerer Sepsis zusätzlich zur Standardtherapie eine homöopathische Arznei oder Placebo. Am Tag 180, war die Überlebensrate in der homöopathisch behandelten Gruppe statistisch signifikant höher als in der Placebogruppe. Auch aus dem Bereich der Veterinärmedizin liegen Daten vor. In einer randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelblinden Studie  zur homöopathischen Behandlung von durch das Bakterium Escherichia coli hervorgerufenem Durchfall bei Ferkeln konnte gezeigt werden, dass in der homöopathisch behandelten Gruppe signifikant weniger Ferkel an durch E. coli bedingtem Durchfall erkrankten. Zudem war der Schweregrad der Erkrankung geringer und der Durchfall, sofern er auftrat, von kürzerer Dauer.

In der biologischen Landwirtschaft wird der Einsatz homöopathischer Arzneien in Europa explizit empfohlen: Sie sollen unter bestimmten Umständen gegenüber der konventionellen Medizin bevorzugt werden, heißt es in der entsprechenden EU-Bio-Verordnung der Europäischen Kommission. Erforderlichenfalls dürfen zur Behandlung auch Antibiotika verwendet werden, allerdings mit der Folge, dass die gesetzliche Wartezeit zu verdoppeln ist, was nicht zuletzt auch einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor für die Bauern darstellt. Zudem ist die Häufigkeit der Behandlungen für Biotiere begrenzt.

Die Geschichte der Homöopathie zeigt, dass bereits in Zeiten der Vorantibiotikaära große Erfolge mit der Homöopathie erreicht werden konnte, wie z. B. die zahlreichen Erfolgsberichte über die Cholerabehandlung. Die Homöopathie ersetzt nicht die bei bakteriellen Infektionen notwendigen Antibiotikagaben. Aber homöopathische Therapien sowohl bei Menschen als auch bei Tieren, hier insbesondere in Biobetrieben können helfen einen Therapienotstand zu verhindern und stellen somit einen großen Gewinn für Mensch und Tier dar. Homöopathie kann eine bedeutende Rolle im Kampf gegen die Antibiotikaresistenzproblematik einnehmen.

Pressetext inklusive Literaturangaben

 


Wege des Heilens am 8. und 9. September

August 9, 2018 von

TEM- und TCM-Tage in den Blumengärten Hirschstetten


In Kürze stehen die Blumengärten Hirschstetten wieder ein Wochenende lang im Zeichen der Traditionellen Heilsysteme von Ost nach West mit kostenlosen Vorträgen und Vorführungen im Rahmen des Programms „Wege des Heilens“.

In den Blumengärten Hirschstetten wird seit dem Jahr 2009 die Vielfalt heimischer und auch chinesischer Heilpflanzen präsentiert – bei freiem Eintritt! In diesem passenden Ambiente wird den BesucherInnen vom Samstag, 8. September, bis Sonntag, 9. September, jeweils von 13 bis 18 Uhr, die Vielfalt der therapeutischen Anwendungen der Traditionellen Heilsysteme vermittelt, wie etwa Homöopathie, Heilpflanzen und -pilze, Tuina-Massage oder Qigong im Rahmen von Vorträgen und Vorführungen von ÄrztInnen und anderen ExpertInnen.


Gesundheitsvorträge und Vorführungen im Indischen Zelt

Welche heilsamen Wirkungen PatientInnen von solchen Therapien erwarten dürfen, wird an diesem Wochenende ebenso vermittelt wie praktische Ratschläge zur Selbstanwendung. Die Vorträge und Vorführungen finden zwischen 14 und 18 Uhr im Zelt beim Indischen Garten statt.


Führungen durch die Kräuterbeete

Jeweils um 13 Uhr bietet Gärtnermeisterin Manuela Jahnel gemeinsam mit Ethnobotanikerin Miriam Wiegele, nach deren Konzept die Themengärten in Hirschstetten angelegt wurden, die Gelegenheit, jene Heilpflanzen zu sehen, die üblicherweise nur verarbeitet in Apotheken erhältlich sind.

Zwischendurch lohnt es sich auch, die weitläufige Gartenanlage mit den unterschiedlichsten Themengärten, Irrgarten, Zoo, Insektenspielplatz und Palmenhaus auf eigene Faust zu erkunden. Neu hinzugekommen in diesem Jahr sind übrigens der Pannonische Garten mit geschützten und zum Teil bereits ausgestorbenen Wildpflanzenarten und eine Picknickwiese mit gemütlichen Sitzgelegenheiten unter schattenspendenden Bäumen.

 

Weiter zum detaillierten VERANSTALTUNGSPROGAMM

Der Eintritt ist frei! Anmeldung ist nicht erforderlich.

 


Homöopathie in der Onkologie

April 6, 2018 von

Wertvolle Unterstützung für Krebspatienten

In den letzten Jahrzehnten konnten im Bereich der Krebstherapie maßgebliche Fortschritte erzielt werden. Die Behandlungen sind in vielen Bereichen effizienter und teilweise auch besser verträglich geworden. Ungeachtet dessen bleibt eine Tumortherapie für die Betroffenen eine massive Belastung. Eine ergänzende Homöopathie bietet Patienten eine wertvolle Hilfestellung: Sie kann die Nebenwirkungen der konventionellen Krebstherapie lindern und die Lebensqualität positiv beeinflussen.

„Oft ist erst durch unsere homöopathische Intervention eine optimale Behandlung mit der konventionellen Medizin möglich. Durch das homöopathische Zusatzangebot wird die unabdingbare schulmedizinisch-onkologische Therapie für viele Betroffene erträglicher. Damit blieben ihnen oft neben den Medikamenten gegen den Krebs andere Medikamente und damit auch eventuelle zusätzliche Nebenwirkungen erspart. Außerdem ist die Homöopathie gut geeignet, viele Befindlichkeitsstörungen wie Angst, Schlafstörungen, Aggressivität etc. positiv zu beeinflussen“, berichtet Dr. Erfried Pichler, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) sowie Facharzt für Allgemeinmedizin und homöopathische Medizin in Klagenfurt. Er leitet seit zwei Jahrzehnten mit großem Erfolg die homöopathische Ambulanz an der Kinderonkologie im Klinikum Klagenfurt-Wörthersee. In dieser Zeit wurden rund 300 krebskranke Kinder behandeln. (mehr …)


Dr. Peithner Sonderpreis für Forschung in der Homöopathie 2018

März 28, 2018 von

Allgemeinmedizinerin aus Niederösterreich Dr. Melanie Wölk für Masterarbeit ausgezeichnet

Die Homöopathie erfüllt alle Kriterien der evidenzbasierten Medizin! Zu diesem Ergebnis kommt die Allgemeinmedizinerin Dr. Melanie Wölk, die im Rahmen ihrer Masterarbeit zur Erlangung des akademischen Abschlusses Master of Science im Universitätslehrgang Natural Medicine, Donau-Universität Krems, die Frage untersucht hat, ob die Homöopathie den Regeln der Evidence based Medicine (EbM) entspricht. Für diese Arbeit wurde Wölk mit dem Dr. Peithner Sonderpreis für Forschung in der Homöopathie ausgezeichnet. (mehr …)


Husten, Schnupfen, Heiserkeit? Fieber und Gliederschmerzen?

Februar 14, 2018 von

 

Nicht gleich ein Fall für den Arzt bzw. für eine Antibiotikatherapie! Im Akutfall rasch eingesetzt, verhindert die homöopathische Medizin eine Verschlimmerung der Verkühlung und lindert die Symptome.

Husten? Schnupfen? Heiserkeit und Halsweh? Der „verkühlte“ Österreicher behandelt sich in erster Linie selbst – häufig mit bewährten homöopathischen Arzneien und mit Hausmitteln wie Kräutertees und Wadenwickel. 38,2 Prozent fragen zumindest ihren Apotheker um Rat und kaufen ein nicht verschreibungspflichtiges Medikament, während 35,1 Prozent zum Hausarzt gehen. Was sie in den meisten Fällen von ihm bekommen? Antibiotika! Selten sinnvoll eingesetzt, werden doch nur fünf bis zehn Prozent der Erkältungen tatsächlich von Bakterien ausgelöst. Grossmann R.F.; Chest/113/205 ff (1998). „Momentan wütet der Grippevirus sehr stark – ich schätze, dass mehr als die Hälfte der Schul- und Kindergartenkinder betroffen sind. Mit den richtigen homöopathischen Mitteln, lässt sich die Antibiotikatherapie in vielen Fällen verhindern“, so Dr. Ilse Fleck-Václavik, Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathie in Perchtoldsdorf bei Wien, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM). Im Folgenden die bewährtesten homöopathischen Arzneien und ein effektives Hausmittel:

Hühnersuppe!

Hühnersuppe gilt als Wunderwaffe gegen und zur Vorbeugung von Erkältungen. Denn sie wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern enthält auch viele wichtige Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe (z.B. Vitamine B1, B6, B12, Eisen und Zink), die das Immunsystem stärken. TCM-Mediziner raten jedoch davon ab, eine Hühnersuppe zu sich zu nehmen, wenn die Erkältung bereits voll ausgebrochen ist. Denn nicht nur der Mensch, sondern auch der krankmachende Keim wird laut TCM durch die Hühnersuppe gestärkt.

 

Häufigste Anwendungsgebiete für homöopathische Arzneien

Erkältungen und grippale Infekte (31 %), Husten (28 %) und Schnupfen (28 %) gehören zu den häufigsten Beschwerden und Krankheiten, bei denen Homöopathika zur Anwendung kommen. Weitere beliebte Einsatzgebiete waren die Erhöhung der Abwehrkräfte (23 %) und Halsschmerzen (18 %), Nervosität (16 %) und Allergien (12 %), Schlafstörungen (12 %) und Verletzungen (12 %). Das geht aus einer Studie hervor, die 2015 von GfK Austria und Dr. Peithner KG bei 2.000 ÖsterreicherInnen ab 15 Jahren durchgeführt wurde.

Hier die wichtigsten Mittel:

Plötzlicher Beginn, blasses Gesicht, kalte Füße: ACONITUM (blauer Eisenhut, Sturmhut)

Aconit ist eine Arznei für den plötzlichen Beginn einer fieberhaften Erkrankung. Gestern noch ganz gesund – heute krank, meistens geht Frieren in kaltem Wind voraus. Die Erkrankung beginnt mit Gliederschmerzen, stechenden Kopfschmerzen und einer verstopften Nase. Der Kopf wird heiß und schwer, Hände und Füße sind eiskalt. Das Gesicht ist blass, auch wenn sich schon Fieber einstellt, der Patient schwitzt nur wenig. Steigt das Fieber, kann Herzklopfen oder eine ängstliche Ruhelosigkeit dazukommen. Aconit, rechtzeitig eingenommen, verhindert, dass die Krankheit in voller Stärke ausbricht. Meistens verschwinden die Symptome schnell und der Patient fühlt sich wieder gesund.

 

Rot, heiß, verschwitzt: BELLADONNA (Tollkirsche)

Wer aber – trotz Aconitum – auch plötzlich – einen roten, heißen Kopf und Schweißausbrüche bekommt, sollte an Belladonna, die Tollkirsche, denken. Alles an Belladonna ist rot, heiß und brennt wie Feuer – rotes Gesicht mit heftigen, pochenden Kopfschmerzen, schlechter bei Erschütterung und Bewegung. Heftige Halsschmerzen, selbst Speichelschlucken ist schwierig. Dazu kommt eine Schwellung der Mandeln, öfters der rechten. Das Fieber steigt sehr hoch, meist rund um Mitternacht. Der Patient ist sehr durstig, trinkt gern kaltes (!) Wasser, schwitzt und dampft richtig dabei, möchte sich abdecken.

 

Gliederschmerzen, Unruhe, Geruchsempfindlichkeit: EUPATORIUM (Wasserhanf)

Auch Eupatorium ist eine Arznei für den plötzlichen Beginn einer Erkrankung. Bei Eupatorium sind schreckliche Gliederschmerzen signifikant, gepaart mit einer inneren Unruhe – ein entsetzlicher Zustand: über einen inneren Impuls zappeln die Beine – zugleich aber verschlechtern sich die Gliederschmerzen. Alles ist wund: Kopfschmerzen mit einem wunden Gefühl im Kopf und auch Husten ruft ein wundes Gefühl in der Brust hervor. Dazu kommen Übelkeit, Magenschmerzen und Geruchsempfindlichkeit auf Speisen, sogar das Denken an Essen ist unangenehm.

 

Schnupfen mit Nasenbluten: FERRUM PHOSPHORICUM (phosphorsaures Eisen)

Ferrum phosphoricum ist angezeigt bei unspezifischen Beschwerden, wenn Aconitum nicht passt: Schnupfen mit Nasenbluten, wenn man sich schnäuzt und gleich drauf blutet die Nase. Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen – immer in Wellen verlaufend. Kindern, die die Arznei brauchen, sieht man das Fieber nicht an, sie springen munter herum. Weitere Symptome: Wenig Schweiß im Fieber, rote Wangen.

 

Schlechte Laune, trockener Husten: BRYONIA (Zaunrübe)

Heftiges Krankheitsgefühl in der Früh, alles ist trocken – Haut, Schleimhäute, besonders im Hals, trockener Husten mit Schmerzen in der Brust. Stechende Kopfschmerzen. Der Patient ist sehr durstig und trinkt – wie bei Belladonna – viel kaltes Wasser in großen Schlucken. Rotes Gesicht im Fieber. Heftige Gliederschmerzen, alles tut weh – jede kleinste Bewegung schmerzt. Bald macht sich schlechte Laune bemerkbar.

 

Bei Kopfgrippe: GELSEMIUM (gelber Jasmin)

Der gelbe Jasmin wird in erster Linie bei einem Infekt eingesetzt, bei dem vorwiegend der Kopf betroffen ist. Der Kopf ist schwer, die Schmerzen beginnen im Hinterkopf, es fühlt sich an, als ob der Kopf mit einer Spange zusammengedrückt werden würde. Kopfhaut und Haare schmerzen. Das Gesicht ist rot, fühlt sich heiß an, Hände und Füße sind kalt, die Zunge erscheint gelb. Dazu kommen Schüttelfrost und Kälteschauer. Viel heller klarer Harn.

 

 

 

 

Bildinformation: Dr. Ilse Fleck-Václavik © Foto Wilke

 

 


Ohrenentzündung: Behandlungsfehler und Warnung vor Selbstmedikation

Juni 1, 2017 von

In Italien ist ein siebenjähriger Bub – nach 15 Tagen der Erkrankung – an einer Hirnentzündung infolge einer beidseitigen Mittelohrentzündung verstorben. Die Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) ist bestürzt über dieses dramatische Ereignis und nimmt diesen traurigen Fall zum Anlass wieder einmal darauf hinzuweisen, dass Krankheiten generell sehr ernst genommen werden müssen.

Die Eltern haben dem Bub die lebensrettenden Antibiotika verweigert, der Homöopath habe die Eltern davor gewarnt, ihren Sohn ins Krankenhaus zu bringen, so lauten die Berichte in der italienischen Presse. „Hier liegt offenbar ein massiver Behandlungsfehler vor“, so Dr. Erfried Pichler, Präsident der ÖGHM, Allgemeinmediziner und Leiter der Ambulanz der Kinderonkologie im Klinikum Klagenfurt. „Antibiotika wären in diesem Fall notwendig gewesen. Es ist auch nicht verständlich, dass der Bub 15 Tage lang ohne erfolgreiche Behandlung in einen immer schlechter werdenden Zustand geriet, ohne dass entsprechend gehandelt wurde. Das ist mit unserem ärztlichen Selbstverständnis nicht vereinbar. Meiner Erfahrung nach bringen homöopathische Interventionen mit homöopathischen Arzneimitteln Verbesserungen innerhalb von Stunden. Und wenn sich keine Besserung einstellt, muss selbstverständlich eine weitere Abklärung der Krankheit und eventuell eine Änderung der Therapie erfolgen.“

In Österreich verfügen alle Homöopathen auch über eine allgemeinmedizinische, sogar häufig auch fachärztliche Ausbildung. „Der homöopathiekundige Arzt entscheidet dann, ob er mit homöopathischen Arzneien oder mit konventionellen Medikamenten behandelt“, so Pichler weiter. Prinzipiell gelte: 80 Prozent aller Ohrenentzündungen würden durch Viren ausgelöst werden. Hier helfen bekanntlich keine Antibiotika. Ob zur Schmerzlinderung und zur Abschwellung homöopathische oder konventionelle Arzneien eingesetzt werden, bleibe dem Arzt überlassen. Die konventionelle Medizin empfiehlt zur Behandlung von Mittelohrentzündungen den Einsatz von Schmerzmitteln und Nasentropfen. Nur wenn eine bakterielle Infektion vorliegt, also in 20 Prozent der Fälle, kommen Antibiotika zum Einsatz. Die Homöopathie – als individualisierte Therapie – hat verschiedene Mittel zu bieten: Belladonna, Apis, Phytolacca, um nur einige zu nennen. Dennoch warnt die ÖGHM an dieser Stelle vor Selbstmedikation. Pichler: „Wir können allen Eltern nur raten: bei Ohrenschmerzen sofort mit dem Kind zum Arzt!“  Alle Ärzte in Österreich (egal ob Vertreter der konventionellen oder homöopathischen Medizin) sollten sich an die medizinischen Leitlinien der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (OEGAM) halten, wonach bei unkomplizierten Mittelohrentzündungen eine sofortige antibiotische Therapie nicht erforderlich ist. Die Diagnose kann nur durch einen Arzt oder eine Ärztin erstellt werden.

 

Bild von Dr. Erfried Pichler zur honorarfreien Verwendung (Copyright: DeSt)


Parlamentarische Bürgerinitiative: Homöopathie als Kassenleistung

Oktober 18, 2016 von

30.000 Österreicherinnen und Österreicher haben ihre Stimme bereits abgegeben. Sie unterstützen mit ihrer Unterschrift die Ziele der parlamentarischen Bürgerinitiative „Homöopathie als Kassenleistung“, die in der vergangenen Woche der Präsidentin des Nationalrates, Doris Bures, übergeben wurde. Wer beabsichtigt, ebenfalls diese Initiative zu unterstützen, kann das mit seiner Unterschrift tun: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/BI/BI_00108/index.shtml

„Wir danken für Ihr Engagement und werden Ihren Antrag gerne im Parlament beraten“, verspricht Nationalratspräsidentin Doris Bures bei der Übergabe der Unterstützungserklärungen am vergangenen Donnerstag im Wiener Parlament. Die Botschafter sind zuversichtlich: Dr. Bernhard Zauner, Dr. Erfried Pichler und Univ. Prof. Dr. Michael Frass – allesamt namhafte Experten der homöopathischen Medizin: „Die Homöopathie ist in Österreich die bei weitem bekannteste und beliebteste komplementärmedizinische Heilmethode. Tausende Österreicherinnen und Österreicher lassen sich regelmäßig homöopathisch behandeln bzw. wenden homöopathische Arzneien an*. Wir werden nichts unversucht lassen, uns für die Rechte und Anliegen unserer Patientinnen und Patienten einzusetzen!“

Ziel der parlamentarischen Bürgerinitiative
•  Übernahme der Kosten für die homöopathische Behandlung bzw. Refundierung der Leistungen durch die Krankenkasse am Beispiel „Psychotherapie“ (hier werden € 40,- pro Sitzung refundiert)
•  Bessere Anerkennung und Integration der Homöopathie im österreichischen Gesundheitssystem
•  Unterstützung aus dem Wissenschaftsministerium bei der Integration der Homöopathie/Komplementärmedizin in die Ausbildung von MedizinstudentInnen
•  Finanzielle Unterstützung für die Forschung im Bereich der Homöopathie
Auch die VolksvertreterInnen beziehen Stellung:

Dr. Eva Mückstein, Abgeordnete zum Nationalrat, Gesundheitssprecherin der GRÜNEN:
„Die GRÜNEN befürworten eine ganzheitliche Medizin, die den Menschen unter Einbeziehung seiner gesamten Persönlichkeit und als soziales Wesen zum Gegenstand therapeutischer Bemühungen macht. Sinnvolle Komplementärmedizin – dazu gehört die Homöopathie – sollte einkommensunabhängig allen PatientInnen zugänglich gemacht werden. Deshalb unterstütze ich die Petition zur Kassenfinanzierung der homöopathischen Behandlung.  Wichtig ist mir auch, dass die Forschung zur Wirksamkeit und zu den Anwendungsmöglichkeiten gefördert und finanziert wird. Auch sollten ÄrztInnen schon in der Ausbildung die homöopathische Behandlungsmethode kennenlernen.“

Josef A. Riemer, Abgeordneter zum Nationalrat, FPÖ, Mitglied des Gesundheitsauschusses: „Die FPÖ setzt sich schon seit Jahren für eine integrative Medizin ein, die den Menschen und nicht die Symptombehandlung in den Mittelpunkt stellt. Dass dabei auch die Homöopathie, als beliebteste komplementärmedizinische Methode, zum Einsatz kommt und auch von den Kassen refundiert wird, gehört zu unseren Zielen. Nicht nur, damit die Österreicherinnen und Österreicher zu ihrem Recht kommen, selbst zu entscheiden, welchen ÄrztInnen sie ihr Vertrauen schenken, auch weil der Einsatz der homöopathischen Medizin die Kosten in unserem Gesundheitssystem nachweislich senkt. Es geht nicht um Schulmedizin versus komplementäre Heilmethoden, es geht um Ganzheitsmedizin. Wir haben den Antrag, die homöopathische Medizin anzuerkennen, schon vor drei Jahren gestellt. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen und unterstützen daher diese Initiative.“

Wer beabsichtigt, ebenfalls diese Initiative zu unterstützen, kann das mit seiner Unterschrift tun: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/BI/BI_00108/index.shtml

*[Quelle: GfK Austria: Homöopathie in Österreich, 2015, Grundgesamtheit 2.000 Personen ab 15 Jahren, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung; Auftraggeber: Dr. Peithner KG]


Zum Hintergrund:

Die Initiative  „Ja – Homöopathie als Kassenleistung“ ist ein Schulterschluss zwischen vielen Österreichischen Homöopathie-PatientInnen, der SIH (StudentInnen Initiative Homöopathie), der ÖGHM (Österreichische Gesellschaft für Homöopathie) und der ÄKH (Ärztegesellschaft für Klassische Homöopathie). Bisher haben mehr als 30.000 UnterstützerInnen (25.000 Unterschriften auf Postkarten und 5.000 digital) ihre Erklärung abgegeben, dass sie die Forderungen der Initiative unterstützen. Sie ist aus zwei Richtungen gewachsen. Auf der einen Seite haben sich engagierte PatientInnen mit dem Wunsch an ihre homöopathischen MedizinerInnen gewandt, eine gerechte Lösung für alle jene ÖsterreicherInnen zu erreichen, die zwar einerseits das Kassensystem finanzieren, aber anderseits zufriedene Homöopathie-PatientInnen sind. Ihnen wird die Abrechnung ihrer Behandlungskosten über einen Tarifposten bei den Krankenkassen verwehrt, obwohl die Homöopathie erwiesenermaßen günstiger arbeitet als die konventionelle Medizin und die Wirksamkeit mittlerweile auch wissenschaftliche erwiesen ist.

Auf der anderen Seite gibt es bei den homöopathischen Ärztinnen und Ärzten schon seit vielen Jahren das Bestreben, Homöopathie als Kassenleistung in Österreich durchzusetzen. Dieses Vorhaben wird natürlich auch von jenen Studentinnen und Studenten der Medizin unterstützt, die sich im Studium für eine Zusatzausbildung im Bereich der Homöopathie entscheiden.

Weitere Infos: http://www.kassenleistung.at

 

Bildinformation:
Übergabe der Bürgerinitiative „Homöopathie als Kassenleistung“ an Doris Bures, Präsidentin des Nationalrates. Im Bild von links: Dr. Eva Mückstein (Gesundheitssprecherin, Nationalratsabgeordnete, Die Grünen), DI Dr. Wolfgang Pirklhuber (Sprecher für Landwirtschaft und Regionalpolitik, Sprecher für Lebensmittelsicherheit, Nationalratsabgeordneter, Die Grünen), Dr. Bernhard Zauner (Arzt für Allgemeinmedizin, Vizepräsident der Ärztegesellschaft für Klassische Homöopathie), Dr. Doris Bures (Nationalratspräsidentin, SPÖ), Dr. Erfried Pichler (Arzt für Allgemeinmedizin, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin), Univ.-Prof. Dr. Michael Frass (Facharzt für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin, Leiter der Spezialambulanz „Homöopathie bei malignen Erkrankungen“, Univ. Klinik für Innere Medizin I, MedUni Wien/AKH Wien) und Josef A. Riemer (Mitglied des Gesundheitsausschusses, Nationalratsabgeordneter, FPÖ)

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