Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin

Weiblicher Zyklus und Prämenstruelles Syndrom

Januar 4, 2012 von

Das weibliche Hormonsystem ist sehr komplex und leicht beeinflussbar. In der Pubertät entwickelt sich ein rhythmischer Zyklus, der bei jeder Frau anders und individuell ist. Follikelhormon (Östrogen) und Gelbkörperhormon (Progesteron) sind die Regulatoren in diesem komplexen System. Ist der Hormonhaushalt intakt, fühlt sich die Frau wohl und ausgeglichen.

Dr. Christina Ari

In der ersten Zyklusphase dominieren die Östrogene. Ihre euphorisierende Wirkung weckt die Antriebskräfte und verstärkt die Leistungsfähigkeit. Nach dem Eisprung überwiegen die Gelbkörperhormone mit ihrer beruhigenden und entspannenden Wirkung. Die Lust, etwas zu unternehmen, sinkt, die Frau spart Energie. Fehlen diese Erholungsphasen, die die Natur für die Frauen vorgesehen hat, können Beschwerden entstehen.

Allgemeinmedizinerin und Homöopathin Christina Ari: „Die moderne Gesellschaft stellt sich kaum auf die individuellen Bedürfnisse von Frauen ein. Die Frau muss immer und jederzeit leisten, kann sich die natürlichen Schwankungen nicht erlauben. Das macht krank.“

Die Tage vor der Menstruation erleben viele Frauen als sehr belastend. Sie haben geschwollene, schmerzhafte Brüste, Wasseransammlungen im Gewebe, Hautprobleme, migräneartige Kopfschmerzen und Heißhungerattacken. Stimmungsschwankungen führen zu Gereiztheit, Überforderungsgefühlen und Antriebsschwäche. Mit dem Einsetzen der Monatsblutung verschwinden die Beschwerden schlagartig. Die Beschwerden werden als PMS (Prämenstruelles Syndrom) zusammengefasst.

Christina Ari: „Als homöopathische Ärztin betrachte ich in diesen Fällen die der Störung zugrunde liegenden Ursachen. Chronische Überforderung zum Beispiel verstärkt PMS massiv. Schwierige Lebensumstände, familiäre Belastungen können krank machen. Auch das Annehmen der eigenen Weiblichkeit ist oft ein Thema.“ Gesunde Ernährung, Sport, stressausgleichende Entspannungstechniken können ebenso helfen, wie pflanzliche Präparate. Homöopathisch kommen Pulsatilla, Lachesis, Lilium tigrinum, Helonias, Sepia, Nux vomica und mehr zum Einsatz. Christina Ari: „Bei schwerwiegenden und über längere Zeit bestehenden Beschwerden empfiehlt sich eine personenbezogene, homöopathische Therapie im ganzheitlichen Sinn.“

 

Dr. Christina Ari ist Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathin in Güssing, Burgenland.