Homöopathie und Impfbereitschaft

Hängen Homöopathie und Impfbereitschaft zusammen? Sind Homöopathie-AnwenderInnen auch ImpfgegnerInnen? Die Antwort ist ein klares NEIN! Wo die Suche nach vermeintlich Schuldigen beginnt, endet oft der objektive Blick aufs Ganze.

 

Ein aktuelles Statement geben die Österreichischen Homöopathischen Gesellschaften ÖGHM, ÖGVH und ÄKH gemeinsam ab.
 

Kein Zusammenhang zwischen Impfquote und Homöopathie-Nutzung

Personen, die homöopathische Arzneimittel verwenden, unterscheiden sich bei zentralen Fragen in Bezug auf die Corona-Pandemie nicht vom Rest der Bevölkerung. Das zeigen nicht nur mehrere internationale Umfragen, sondern auch die Praxis der österreichischen Integrativmediziner*innen. „Die Studien sowie unsere Erfahrungen verdeutlichen, dass Komplementärmediziner*innen, insbesondere homöopathisch ausgebildete Ärzt*innen, nicht schuld an der niedrigen Impfquote sind”, bringt es Dr. Elisabeth Lazcano von der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin und Fachärztin für Psychiatrie auf den Punkt.
 

Impfung als wichtige Maßnahme der Pandemiebekämpfung

Dass es keinerlei Zusammenhang zwischen Homöopathie und Impfverweigerung gibt, stellt auch Allgemeinmediziner Dr. Bernhard Zauner von der Ärztegesellschaft für Klassische Homöopathie und Leiter des Referats für Komplementärmedizin in der Ärztekammer für Oberösterreich fest: „Komplementärmediziner sind keine Impfgegner! Die Impfung ist bei der Bewältigung der Pandemie ein wichtiger Bestandteil. Kampagnen von Impfgegnern sind unseriös und gefährlich, wenn pauschal alle Impfungen abgelehnt werden.“

Die österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin und die Ärztegesellschaft für Klassische Homöopathie haben sich als Aus- und Fortbildungsinstitutionen für Ärzt*innen in der Lehre für klassische Homöopathie etabliert. Dr. Lazcano erklärt: „Die Indikationsstellung von konkreten Impfungen ist nicht Teil der Lehrinhalte.”

Homöopathie in der medizinischen Versorgung

In der Praxis ist zu sehen, dass Patient*innen vielfach eine höhere Gesundheitskompetenz zeigen, verbunden mit der Bereitschaft, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. Das Konzept der integrativen Medizin wird dem verstärkten Gesundheitsbewusstsein der Patient*innen gerecht. Hier setzt die Homöopathie als Baustein eines integrativen Behandlungskonzeptes an. „Die Mehrheit der Menschen wünscht sich ein Miteinander von konventioneller und Komplementärmedizin, im Sinne der Integrativmedizin. Und das bedeutet, dass konventionelle prophylaktische Maßnahmen wie z.B. Impfungen, akzeptiert und nicht abgelehnt werden”, weiß Dr. Elisabeth Lazcano.

Die Homöopath*innen in Österreich sind ausgebildete Ärzt*innen und als solche der Wissenschaft verpflichtet. Dr. Petra Weiermayer, Fachtierärztin für Homöopathie, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie und Leiterin der Sektion Forschung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie: „Für die Wirksamkeit der Homöopathie ist die Therapie durch entsprechend ausgebildete homöopathisch behandelnde Ärzte Grundvoraussetzung. Das gilt auch für den Agrarbereich, insbesondere im Hinblick auf Infektionserkrankungen und die Anforderungen in der Bio-Landwirtschaft.” Auch Dr. Zauner sieht eine Zusammenarbeit aller evidenzbasierten Therapien als beste Option zum Wohle der Patient*innen: „Verschiedene Erkrankungen brauchen unterschiedliche Therapieansätze, die heute in einem gut ausgebauten Gesundheitssystem vorhanden sind. Dazu gehören konventionelle Behandlungsmethoden, verschiedene komplementärmedizinische Ansätze, operative Eingriffe – und eben auch die Impfungen!“

 
 
 

Schreibe einen Kommentar