Position der ÖGHM zur Impfdiskussion

Die österreichische Gesellschaft für Homöopathie sieht  sich als Ausbildungs- und Fortbildungsinstitution für Ärzte in der Lehre für klassische Homöopathie. Die Ausbildung erfolgt gemäß standardisierten, europäischen Qualitätskriterien und basiert auf einer soliden, wissenschaftlichen, ärztlichen postpromotionellen Grundausbildung.

 

Impfung als wichtige Maßnahme der Pandemiebekämpfung

Die Indikationsstellung von konkreten Impfungen sind nicht Teil der Lehrinhalte, wohl aber zeigt sich unter den ärztlichen Homöopathen ein grundsätzliches Einvernehmen, dass Impfungen bei Pandemien ein wesentlicher Beitrag zur Bekämpfung dieser darstellen und gemäß robuster, valider, wissenschaftlichen Daten und Sicherheitskriterien sie diese daher empfehlen.

Die Ängste und Zweifel der Patientinnen und Patienten ernst zu nehmen und sie über die Notwendigkeiten und Nebenwirkungen gründlich aufzuklären, ist ein wichtiger Bestandteil unseres ärztlichen Handelns und Beitrag zu einer größeren gesellschaftlichen Akzeptanz.

 

Homöopathie als Sündenbock?

Leider verfestigt sich in der Öffentlichkeit das Bild, dass Komplementärmediziner, insbesondere homöopathisch ausgebildete Ärzte, für die niedrige Impfquote verantwortlich seien.

So sehr die Suche nach Schuldigen angesichts der prekären Lage einer neuerlichen Welle mit einer neuen Mutation verständlich ist, muss hier mit aller Deutlichkeit darauf hingewiesen werden, dass komplementärmedizinisch ausgebildete Ärzte ebenso unterschiedliche und ausdifferenzierte Einschätzungen hinsichtlich der bestmöglichen Bekämpfung dieser Pandemie haben, wie Ärzte aus der konventionellmedizinischen Richtung.

 

Laut einer aktuellen Umfrage des deutschen Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller gibt es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Präferenz für homöopathische Arzneimittel und dem Impfstatus.

 

 

Fürsprecher einer ganzheiltlichen Gesundheitspolitik

Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen, die von großer Wichtigkeit sind, ist Medizin auch Erfahrungswissenschaft. Gerade seit Beginn der Pandemie kann dies beobachtet werden. Verschiedene Erkrankungen brauchen unterschiedliche Therapieansätze, die heute in einem gut ausgebauten Gesundheitssystem vorhanden sind. Dazu gehören konventionelle Behandlungsmethoden, verschiedene komplementärmedizinische Ansätze, operative Eingriffe und auch prophylaktische Maßnahmen wie Impfungen.

Es geht dabei auch um ein Abwägen individueller Präferenzen sowie medizinischer und gesundheitspolitischer Notwendigkeit. Zu Bedenken ist, dass der Großteil der Bevölkerung ein Nebeneinander zwischen konventioneller und integrativer Medizin wünscht.  Daher wäre es immanent wichtig, die Bedeutung der integrativen Medizin bei der Umsetzung und Akzeptanz von gesundheitspolitischen Maßnahmen und der Behandlung von Covid-19 zu erkennen und diese entsprechend dem Vorbild der Schweiz  zu integrieren.


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